Mittwoch, 20. Januar 2010

Rush Poker, der Kampf gegen die Short-Stacker und Poker als Marathon

Irgendwie ganz lustig, dieses Rush Poker, das Full Tilt Poker seit gestern anbietet - zu Unterhaltungszwecken oder wenn du es eilig hast. Ich habe gestern ein paar Runden gedreht. In jeder Hand sitzt du an einem neuem Tisch, jede Hand mit neuen Spielern. Sobald du deine Hand passt, tönt es "pffft", der alte Tisch verschwindet nach links und schon sitzt du an einem neuen Tisch und schaust in das nächste Blatt.

Position und Aggressivität spielen nach wie vor eine Rolle, aber alles was mit der Spielweise deines Gegners zu tun hat, fällt unter den Tisch. Es lohnt sich nicht ein Image aufzubauen oder die Spielweise deines Gegners zu beobachten, denn es ist unwahrscheinlich, dass du in dieser Session noch einmal eine Hand gegen ihn spielst. Außerdem kann es dir passieren, dass du gleich mehrere Runden hintereinander in den Blinds sitzst, dann eine Weile gar nicht. Nach einer Weile fühlt sich Rush Poker an wie das Spiel an einem Automaten, kein Wunder, Zufall und Glück nehmen einen größeren Raum ein.

Gelesen habe ich Vermutungen, dass Fische Rush Poker lieben werden, weil sie eh nur ihre Karten spielen und die anderen Facetten des Spiels vernachlässigen. Gelesen habe ich auch, dass bei Rush Poker die Stunde der Nits schlagen werde, die Spezies Pokerspieler, die nur auf die ganz guten Hände wartet. Oder es könnte die Stunde der Short-Stacker sein.

Wobei, mit dem gestrigen Update gab es bei Full Tilt auch eine lange angekündigte Änderung. Der Kampf gegen die Short-Stacker hat begonnen. Wenn ich es richtig gesehen habe, musst du dich nun mit mindestens 35 BB einkaufen, vorher waren es nur 20 BB. Ein paar Ausnahmen gab es - an einigen Tischen war es möglich sich mit nur 20 BB zu setzen. Lustig anzusehen. Ein Short-Stacker neben dem anderen...

Außerdem noch: Poker ist ein Marathon. Der Text dreht sich um die Einstellung zum Spiel, um realistische Erwartungen, das eigene Spiel zu verbessern und wie schnell sich dieser Prozess vollzieht. Ein langer Weg. Ich greife dabei auf einen Text zurück von Peter Norvig, der mit der Frage beginnt: "Why is everyone in such a rush?" Norvig, Programmierer und "Director of Research" bei Google sagt, es brauche etwa zehn Jahre, um es auf einem Gebiet zu einer Art Meisterschaft zu bringen. Dabei könne es um so unterschiedliche Bereiche wie Schach, Schwimmen, Malen oder das Komponieren von Musik gehen, das spiele eigentlich keine Rolle. Um sich zu verbessern, sei nicht nur die ständige Praxis entscheidend, sondern auch dir selbst Aufgaben zu stellen, die jenseits deines gegenwärtigen Könnens liegen, es auszuprobieren, das Ergebnis zu analysieren und die Fehler zu korrigieren.

Kommentare:

B2crusher hat gesagt…

Dadurch das Fulltilt den Glücksspielfaktor erhöht tun sie der Diskussion um die Bewertung von Poker als Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel keinen großen Gefallen. Aber vielleicht zieht das ja auch ein paar mehr von den Bingospielern an die sich dann mal an unsere Tische verirren um uns ihr Geld gewinnen zu lassen.

Victor Vega hat gesagt…

Wird ja hoffentlich nur ein Gelegennheitsspiel bleiben und das richtige Poker nicht ablösen.