Montag, 21. November 2011

Schon mal Duplicate Poker gespielt?

Eine deutsche Siegesserie beim Poker. Das Team Deutschland mit Sandra Naujoks, Konstantin Bücherl, Sebastian Ruthenberg, Tobias Reinkemeier, Moritz Kranich, Hans Martin Vogl und Tim Reese gewann beim IFP-Nations Cup in London im Duplicate Poker. Ein Team von Zynga Poker, also aus der Facebook-Welt, belegte immerhin Platz vier. Der amtierende Pokergott Pius Heinz konnte wegen verschiedener TV-Verpflichtungen nicht teilnehmen.

So weit so gut, doch was ist dieses Duplicate Poker eigentlich? Duplicate Poker will den Einfluss des Glücks beim Spiel minimieren. Deswegen wird immer an mehreren Tischen gespielt und die Spieler erhalten jeweils die gleichen Karten wie die Spieler am Nachbartisch. Wer aus seinen Karten am meisten macht, liegt am Ende vorne.



Hinter all dem stecken Leute wie Anthony Holden, IFP-Präsident, und Patrick Nally, der gelegentlich als "Vater der modernen Sportmarketing" bezeichnet wird. Er hat die FIFA beraten und das Internationale Olympische Komitee. Nally schrieb in einem Beitrag Anfang November:

"By removing gambling and reducing any element of luck, duplicate poker is positioned to take its place alongside the other mind sports which come under the banner of the International Mind Sports Association (IMSA) - a member of SportAccord. These are bridge, chess, draughts, go and xiangqi (Chinese chess)."

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sowas zu organisieren ist heftig aufwändig... und ein "Breitensport" wird das wohl kaum werden können.

Zudem: wer das Glück beim Poker weitreichend eliminieren will- warum spielt der nicht gleich Schach..?

Der Glücksfaktor (Ace on the River..) gehört eben doch dazu, und auch bei so einem Teamevent kann man immer noch alles "falsch" machen, und mit Glück trotzdem gewinnen.

LG

stefan

Victor Vega hat gesagt…

Online geht es aber schon, habe ich aber noch nicht ausprobiert. Weuiß auch nicht, ob ich so scharf drauf bin. Aber wenn Duplicate Poker der Sache dient und Poker den Ruf als Glücksspiel verliert, bitte.

Interessant finde ich allerdings, wer da hinter den Kulissen runwerkelt.

LG, Victor

Anonym hat gesagt…

Online: wie will man denn da verhindern, dass sich die Spieler einer Mannschaft parallel per Telefonkonferenz die Karten und damit auch jene der Gegner! sagen??

Zudem braucht man dann erstmal Teams...

Ich bleibe skeptisch.

LG

stefan

Victor Vega hat gesagt…

Du missverstehst mich. Es geht doch gar nicht darum, dass Duplicate Poker verordnet werden soll als amtliche Alternative zum ach so bösen Glücksspiel. Will doch keiner. Nur werden halt Ergebnisse vergleichbar, bewertbar und damit wäre auch langfristig nachweisbar, dass Poker kein reines Glücksspiel ist. Und online natürlich nicht als Team, aber es könnte eventuell über Volumen gehen, dass der Spieler nicht weiß, an welchen Tischen er parallel spielt und wer seine Gruppe st, mit der die Ergebnisse verglichen werden.

Anonym hat gesagt…

Das ist eine prima Aspekt, danke!

Es könnte Online zu einer Art Sport werden...

Wer gewinnt mit den gleichen Karten auf Dauer mehr.

Und Geld würde hier dann auch keine Rolle spielen ;-)

LG

stefan

Anonym hat gesagt…

Die Macher dieses IFP Nations Cup in London haben doch nicht genug weit überlegt, da es eben unmöglich ist, aus einem Glücksspiel ein Geschicklichkeitsspiel zu machen:) Wenn ich an Tisch 1 als Spieler 1 stärkere Gegner habe als der Spieler 1 an Tisch 2, dann ist die Chance, dass ich weniger weit komme als mein Gegenspieler auf Tisch 2 um einiges höher, als wenn wir beide gleich starke Spieler an beiden Tisch hätten.. Darum auch bei dieser Variante des Pokers bleibt zu sagen, es ist ein Glücksspiel!

Victor Vega hat gesagt…

@anonym Das ist nicht schlüssig. Wenn an einem Tisch bessere Spieler sitzen, dann muss das Spiel schon etwas mit Können und nicht nur mit reinem Glück zu tun haben.

Poker ist ganz zweifellos ein Geschicklichkeitsspiel. Jeder, der ein paar Jahre gespielt hat, weiß das.

Gruß VV